Genderwörterbuch: Bauherr / Bauherrin

Sie möchten das Wort »Bauherr« geschickt und korrekt gendern? In diesem Wörterbucheintrag des Genderwörterbuchs finden Sie sämtliche möglichen Formen, Informationen zur Grammatikalität, Anmerkungen zum Wort, mögliche alternative Formulierungen und Beispielsätze. Hilfe zu dieser Seite erhalten Sie hier.

1. Bedeutung: ›eine für etw./über jmd. verantwortliche/herrschende Person‹

Flexionsparadigmen (männl./generische und weibl./movierte Form):

SingularPlural
NomBauherrBauherren
GenBauherrnBauherren
DatBauherrnBauherren
AkkBauherrenBauherren
SingularPlural
NomBauherrinBauherrinnen
GenBauherrinBauherrinnen
DatBauherrinBauherrinnen
AkkBauherrinBauherrinnen


Informationen zur Wortbildung (vereinfacht):

{Bau} + {Herr}

Geschlecht berücksichtigende (»gendergerechte«) Bezeichnungen:

Paarform:
👤 die Bauherrin bzw. der -herr (Nom.), der Bauherrin bzw. des -herrn (Gen.);
👥 die Bauherrinnen und -herren (Nom.), den Bauherrinnen und -herren (Dat.)

Schrägstrichschreibung:
👤 der/die Bauherr/-in (Nom.), *des/der Bauherrn/-in (Gen.)
👥 *die Bauherren/-innen (Nom.), *den Bauherren/-innen (Dat.)

Klammerform:
👤 der/die Bauherr(in) (Nom.), des/der Bauherr(i)n (Gen.)
👥 die Bauherr(inn)en (Nom.), den Bauherr(inn)en (Dat.)

Geschlechtsneutrale Bezeichnungen:

Partizipialform:
nicht bildbar oder nicht bedeutungsgleich

Kurzbezeichnungen (nicht amtlich):

Binnenmajuskel:
👤 der/die BauherrIn (Nom.), *des/der BauherrnIn bzw. *BauherrIn (Gen.);
👥 *die BauherrenInnen bzw. *BauherrInnen (Nom.), *den BauherrenInnen bzw. *BauherrInnen (Dat.)

Gendersternchen / Genderstar (nicht binär):
👤 der*die Bauherr*in (Nom.), *des*der Bauherrn*in bzw. *Bauherr*in (Gen.);
👥 *die Bauherren*innen bzw. *Bauherr*innen (Nom.), *den Bauherren*innen bzw. *Bauherr*innen (Dat.)

Genderdoppelpunkt (nicht binär):
👤 der:die Bauherr:in (Nom.), *des:der Bauherrn:in bzw. *Bauherr:in (Gen.);
👥 *die Bauherren:innen bzw. *Bauherr:innen (Nom.), *den Bauherren:innen bzw. *Bauherr:innen (Dat.)

Gendergap (nicht binär):
👤 der_die Bauherr_in (Nom.), *des_der Bauherrn_in bzw. *Bauherr_in (Gen.);
👥 *die Bauherren_innen bzw. *Bauherr_innen (Nom.), *den Bauherren_innen bzw. *Bauherr_innen (Dat.)

Ausweichmöglichkeiten:

Ersatzformen (nicht für Rechtstexte):
Bauherrschaft; Bauleute (Pl.); Bauberechtigte

Umschreibungen (nicht für Rechtstexte):
einen Bau errichten lassende Person

Anmerkung:

Wörter mit einem eindeutig auf ein Geschlecht bezogenen Bestandteilen wie Herr, Mädchen sollten ggf. vermieden werden. Allerdings ist Herrin nicht gleichbedeutend mit Frau

Beispielsätze:

Besser nicht: Bauherr dieses Projekts ist die Zentralbahn AG.

Besser so: Die Bauauftrag gebende Firma dieses Projekts ist die Zentralbahn AG.

Weitere Wörter zu dieser Basis:

Ahnherr, Burgherr, Dienstherr, Domherr, Feldherr, Freiherr, Grabherr, Gutsherr, Hausherr, Hofherr, Kriegsherr, Landesherr, Ratsherr, Schirmherr, Schlossherr, Schönherr, Schutzherr

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Statistische Angaben

Abgeschnitten haben die geschlechtergerechten Varianten in Bezug auf ihre Grammatikalität wie folgt (bezogen auf alle Kasus und Numeri):

Reali­sie­rungs­formBeispielReali­sie­rungs­grad
Paarformdie Bauherrin bzw. der -herr
Schrägstrich­formder/die Bauherr/-in
Klammer­formder/die Bauherr(in)
Partizipial­form(keine Form wie der/die Studierende möglich)
Kurzformender*die Bauherr*in
 grammatisch falsch oder generisches Femininum (Ärzt*innen), bei Kurzformen von Dritten als korrekt postuliert

Diskussion


N. N.: Im Abschnitt "Beispielsätze (auf Basis bezogen):" "Besser so: Die Bauherrschaft dieses Projekts hat die Zentralbahn AG inne." obiger Satz klingt sehr kompliziert ausgedrückt, "Die Bauherrschaft ist die die Zentralbahn AG" klingt weitaus runder (03.08.2021 13:52)

Christina Siever: Vielen Dank für den Hinweis! Wie man einen Satz formuliert, hängt stets von der Textsorte, vom Zielpublikum und weiteren Faktoren ab. Es geht hier ja lediglich darum, eine gendergerechte Variante aufzuzeigen. Natürlich wäre in diesem Kontext ebenfalls möglich: "Bauherrin dieses Projekts ist die Zentralbahn AG.", denn so ist die Kongruenz gewährleistet (DIE Bahn ist BauherrIN). (03.08.2021 15:36)
antworten

N. N.: Genau, Zielpublikum; es geht nicht um Gerechtigkeit. Gendern ist ein Stilmittel von PR- und Werbeagenturen zur nicht zu komplexen Ansprache der gewünschten Zielgruppe: Entweder wird der Flyer beim ersten Genderstern hasserfüllt zerrissen oder wohlwollend gelesen – oder umgekehrt: Zielgruppe erreicht (03.08.2021 18:19)
antworten

N. N.: Wie wärs mit Bauauftrag gebende? Um ...Herr... allgemein zu umgehen... Die Bauauftrag gebenden dieses Projekts sind Petra und Peter Meier. Die Bauauftrag gebende Firma dieses Projekts ist die Zentralbahn AG. (20.12.2021 12:02)

Torsten Siever: Sehr gut, vielen Dank, ist geändert. (20.12.2021 12:37)
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N. N.: Wie wäre es mit Bauleute? (12.02.2022 10:04)

Torsten Siever: Das das noch nicht enthalten war – danke sehr! (13.02.2022 18:04)
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N. N.: hier steht "Beuleute" statt "Bauleute", was sicherlich ein Fehler ist. Wobei ich "Bauherrn*in" besser finde, als die neue Wortschöpfung. "Bauleute" waren früher eher, die auf dem Bau tätigen Männer und Frauen gemeint. Aber heute im Genderwahn zählt nichts mehr... (10.04.2022 22:31)

Torsten Siever: Danke, der Fehler ist korrigiert. Wortbedeutungen ändern sich, vgl. Cockpit oder formidabel. (11.04.2022 09:06)
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N. N.: Die Bauherrin und der Bauherr sind natürlich auch Rechtsbegriffe, die beim Bauen nicht einfach vertauscht werden dürfen. Daher ist vermutlich vor allem bei offiziellem Charakter des Textes die Bezeichnung "die Bauherrin oder der Bauherr" beizubehalten, um diese von den "Entwurfsverfassenden", den "Unternehmen" und den "Bauleitenden" zu unterscheiden. (20.05.2022 10:40)

Torsten Siever: Absolut richtig. Für Rechtstexte verbietet sich generell wegen der strikten Definition ein einfacher Austausch. Vgl. etwa die Diskussion/Hinweise zu Hebamme (https://www.genderator.app/wb/hebamme/) und die unterschiedlichen Bezeichnungen von der Agentur für Arbeit und im Hebammengesetz. (20.05.2022 10:46)
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N. N.: Baufrau kürzlich gesehen auf der offiziellen Tafel eines privaten Wohnbauprojekts. (01.09.2022 16:46)
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