Häufig gestellte Fragen

Gender-Fragen (und -Antworten)

Was soll das Wort Genderator bedeuten?
Gender ist ein Fachwort mehrerer Fachwissenschaften (Sprachwissenschaft, Soziologie etc.), das im Englischen ›Geschlecht‹ bedeutet und im Deutschen auch für das sog. ›soziale Geschlecht‹ verwendet wird. In Bezug auf die Sprache findet es sich in Wörtern wie gendergerecht (etwa für eine Geschlechter berücksichtigende Sprache) oder Genderstudies (›Geschlechterstudien‹). Generator bedeutet u. a. ›Maschine, Schöpfer‹. Kombiniert steht das Wort also für eine ›Maschine, die genderneutrale Sprache generiert‹.

Das Wort Genderator ist maskulin. Ist das nicht unpassend für ein Tool, das für genderneutrale Sprache eingesetzt wird?
Nein! Wer so denkt, sollte über ein Abrüsten nachdenken. Wenn wir so weit gingen, dass wir die Klasse der Maskulina als diskriminierend auffassen, bedürfte es einer neuen Sprache. Genderator ist eine Bezeichnung für einen Automaten und keine für einen Menschen. Genderstern, Lebenssinn und Sex sind ebenfalls Maskulina, die keine Stigmatisierung verdienen – wie übrigens auch nicht Frau oder Mann oder Kind.

Ist der Genderator kostenlos?
Ja. Auch das Wörterbuch dahinter können Sie gratis verwenden. Es steht Ihnen aber frei, uns bei Gefallen mit einer Spende (für die Optimierung) oder einem positiven Feedback (für die Motivation) zu unterstützen. Auch bei Nichtgefallen können Sie uns natürlich unterstützen: Weisen Sie uns gern mit Screenshots auf Fehler oder mit Textauszügen auf Probleme hin! Aber bitte nur funktionsbezogene Kritik (politische Aussagen in welcher Richtung auch immer werden gelöscht/ignoriert).
Neben der kostenfreien Version gibt es auch den GENDERATOR+, mit dem einige Komfortfunktionen verbunden sind. Mit den geringen Beträgen versuchen wir, die Entwicklungs- und Betriebskosten (Server, Ökostrom und Bandbreite) zu refinanzieren.

Spricht sich genderator.app für eine gendergerechte Sprache aus?
Das Angebot ist als ebensolches zu verstehen. Mit ihm werden keinerlei politische Interessen verfolgt und es sind daraus auch keine ableitbar. Soll heißen: Das Team von genderator.app spricht sich mit dem Angebot weder für noch gegen eine genderneutrale Sprache aus. Wer das Angebot nutzen möchte, kann dies tun – wem es nicht zusagt oder zuwiderläuft, möge es ignorieren.

Ich habe den Eindruck, dass der Assistent niemals die Schreibung mit Binnen-I empfiehlt. Ist das so?
Das ist korrekt, aber viel wichtiger: Wenn Sie die Binnen-I-Schreibung gern verwenden möchten, brauchen Sie den Assistenten ja gar nicht. Es spricht allerdings Einiges gegen das große I: Es ist weder normkonform noch besonders häufig grammatisch korrekt verwendbar. Zudem schließt das Binnen-I – so zumindest die Konvention – das dritte Geschlecht nicht ein. Wenn Sie ohnehin schon die Nachteile einer normwidrigen Schreibung in Kauf nehmen möchten, dann verwenden Sie am besten ein nichtbinäres System wie bei Leser*innen, Bäcker_innen oder Bürger:innen.

Kann der Genderator mir meine Hausarbeit/Masterarbeit/Doktorarbeit/Habil ›durchgendern‹?
Auf jeden Fall dabei helfen. Die Umsetzung hängt von vielen Dingen und vor allem dem individuellen Stil ab. Testen Sie es am besten an einem kleinen Ausschnitt. Für solche Umfänge besteht nur die Möglichkeit der Dateiausgabe – aus gutem Grund: Sie erhalten eine Datei, bei der Sie unsere Änderungen im Einzelnen nachvollziehen und per Klick ablehnen/annehmen können. Wichtig jedoch: Für die hohen Maßstäbe, die an wissenschaftliche Arbeiten angelegt werden, kann die Qualität nicht so hoch sein, dass Sie die Arbeit direkt nach einem Durchlauf abgeben können/sollten (s. Haftungsausschluss in unseren AGBs).

Werden personenbezogene Daten erhoben?
Nein. Nicht einmal Google Analytics wird für die Site-Analyse eingesetzt. Allerdings werden stichprobenartig Ergebnisse eingesehen, um das Tool zu verbessern. Eine Weitergabe an Dritte oder auch nur Unberechtigte schließen wir aus. Weitere Hinweise zum Datenschutz können dem Datenschutzbericht entnommen werden.

Wer betreibt diese Seite?
Einerseits: eine Linguistin und ein (Computer-)Linguist. Andererseits: die Dres. Siever GbR (correctura.com), die professionelle Textdienstleistungen anbietet. Sie können uns also auch mit einer 100%igen Transformation in eine genderneutrale Sprache beauftragen.

Wieso sind die Ergebnisse so gut/so schlecht?
Sie sind erstaunt? Das freut uns sehr! – Sie sind enttäuscht? Schade, aber: Sie sehen an Support-Bots von Telekomfirmen oder selbst Softwareschmieden, wie schwierig es sein muss, natürliche Sprache zu verarbeiten. (Nicht? Dann sollten Sie diese mal testen.) Wir arbeiten aber stetig an einer Verbesserung der Ergebnisse. Dennoch gibt es sprachliche Formulierungen, die eine Transformation sehr schwierig machen, andere sogar ausschließen.

Falls Sie es genauer wissen möchten, hier ein Beispielsatz: Der Großteil der Arbeitnehmer ist motiviert.

Für Sie ist leicht erkennbar, dass gegendert werden müsste – sicher sollten aber auch Sie nicht sein (s. u.). Der Algorithmus hat damit noch ärgere Probleme: 1. ist für die Maschine nicht erkennbar, ob die Phrase der Arbeitnehmer im Nominativ Singular oder Genitiv Plural steht (für Sie kein Problem); man muss also den Kontext einbeziehen, was natürlichsprachlich anspruchsvoll ist. 2. kann die Maschine ohne eine über den Satz hinausgehende semantische Analyse nicht »sicher« sein, ob es sich um eine homogene männliche oder bzgl. des Geschlechts inhomogene Gruppe handelt (das ist selbst für Sie so nicht auflösbar).

Fühlen Sie sich herzlich eingeladen, an der Verbesserung mitzuwirken. Vor allem im Bereich des Wörterbuchs gibt es viel zu optimieren und gute Mitwirkungsmöglichkeiten.